Eine neue Studie zeigt, dass Cannabiskonsumenten unter 50 Jahren ein sechsmal höheres Risiko für einen Herzinfarkt und ein doppelt so hohes Risiko für Herzversagen haben. Die im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichte Studie verfolgte 75 Millionen Teilnehmer aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Indien über einen Zeitraum von drei Jahren.
Die Studie ergab, dass diese Altersgruppe nicht nur Herzinfarkte, sondern auch ein 4,3-mal höheres Schlaganfallrisiko hat. Wichtig ist, dass die Teilnehmer zu Beginn der Studie keine größeren Herzprobleme hatten, gesunde Blutdruck- und Cholesterinwerte aufwiesen und keine Vorgeschichte von Diabetes, Tabakkonsum oder koronarer Herzkrankheit hatten. Regelmäßige Cannabiskonsumenten wiesen ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse auf.
Die Studie ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse, in die Daten aus 12 verschiedenen Studien eingeflossen sind. Dr. Ibrahim Kamel, der Hauptautor und klinischer Dozent an der Boston University's Chobanian & Avedisian School of Medicine, betonte, dass die Forschung nicht die Menge oder Dauer des Cannabiskonsums der Teilnehmer berücksichtigt. Er empfahl, dass Fragen zum Cannabiskonsum in die routinemäßige Bewertung des kardiovaskulären Risikos durch die Gesundheitsdienstleister aufgenommen werden sollten.
Dr. Kamel merkte an: "Die Frage nach dem Cannabiskonsum sollte Teil der ärztlichen Untersuchung sein, um das allgemeine kardiovaskuläre Risiko der Patienten zu verstehen, ähnlich wie die Frage nach dem Rauchen von Zigaretten."
Trotz dieser alarmierenden Ergebnisse bleibt die genaue Auswirkung von Marihuana auf das Herz-Kreislauf-System unklar. Zwar ist den Forschern bekannt, dass Marihuana die Herzfrequenz und den Blutdruck erhöhen kann, doch fehlten in der Studie Daten, um die Risiken im Zusammenhang mit inhaliertem und eingenommenem Cannabis zu unterscheiden.
Derzeit ist Cannabis in den Vereinigten Staaten auf Bundesebene nach wie vor illegal, obwohl 39 Bundesstaaten und Washington, D.C., es für medizinische Zwecke legalisiert haben. Darüber hinaus haben 24 Bundesstaaten Cannabis für Freizeitzwecke zugelassen, was auf eine wachsende Akzeptanz von Marihuana hinweist, auch wenn es weiterhin gesundheitliche Bedenken gibt.
