Italien verbietet legales Cannabis inmitten neuer Protestgesetze

Italien verbietet legales Cannabis inmitten neuer Protestgesetze

Der italienische Senat hat ein umstrittenes Sicherheitsdekret verabschiedet, das auf öffentliche Proteste, Hausbesetzer und legales Cannabis abzielt und von der Rechtskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angeführt wird. Das Dekret wurde mit 109 zu 69 Stimmen angenommen, wobei sich ein Senator der Stimme enthielt, trotz des lautstarken Widerstands von Gesetzgebern, die im Senat gegen die Entscheidung protestierten und "Schande, Schande" riefen.

Die wichtigsten Bestimmungen des Dekrets stellen Straßenblockaden und die Verunstaltung von öffentlichem Eigentum unter Strafe. Diese Handlungen werden häufig mit Protesten gegen den Klimawandel in Verbindung gebracht, die in Italien zu Verkehrsbehinderungen und Angriffen auf Denkmäler geführt haben. Darüber hinaus sieht das Gesetz strenge Strafen für Unruhen in Gefängnissen und Haftanstalten für Migranten vor und stellt selbst passiven Widerstand unter Strafe.

Ein besonders umstrittener Aspekt des Gesetzes ist das Verbot des Handels mit "Cannabis light", einem Hanfprodukt, das keine psychoaktiven Eigenschaften besitzt. Lokale Unternehmer haben sich empört über dieses Verbot geäußert und behauptet, es werde zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen und Investitionen in Millionenhöhe gefährden.

Mit dem Gesetz wird auch die Befreiung von Gefängnisstrafen für schwangere Frauen und Frauen mit kleinen Kindern aufgehoben, eine Bestimmung, die nach Ansicht von Befürwortern von einigen weiblichen Angehörigen der Roma-Minderheit missbraucht wurde, um einer Bestrafung wegen wiederholten Diebstahls zu entgehen. Senator Gianni Berrino von Melonis Partei Brüder Italiens erklärte: "Es ist sinnlos zu sagen, dass dieses Dekret unmenschlich ist, denn Frauen, die Kinder bekommen, um zu stehlen, sind es nicht wert, sie zu haben.

Darüber hinaus sieht das Dekret strengere Strafen für Demonstranten vor, die sich gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei liefern, einschließlich solcher, die zu Verletzungen führen. Darüber hinaus sieht das Dekret einen Rechtsschutz von bis zu 10.000 € (ca. $11.385 €) für Militär- oder Polizeibeamte vor, die sich vor Gericht verantworten müssen.

Melonis Koalition, die im September 2022 einen entscheidenden Wahlsieg errungen hat, erhält weiterhin starke öffentliche Unterstützung, indem sie eine harte Haltung zu Recht und Ordnung betont. Kritiker argumentieren, dass die Einführung zahlreicher neuer Straftatbestände als Reaktion auf die öffentliche Empörung die zugrundeliegenden Probleme nicht wirksam angeht und das bestehende Problem der Überfüllung der Gefängnisse verschlimmern könnte.

Senator Berrino formulierte die Absichten der Koalition: "Wir wollen einen Staat, in dem die Bürger friedlich leben und in dem derjenige, der etwas kaputt macht, dafür bezahlt; derjenige, der einen Fehler macht, bezahlt dafür und es ist richtig, dass er dafür mit dem Gefängnis bezahlt".

Die Auswirkungen dieser Gesetze gehen über die öffentliche Sicherheit hinaus und wirken sich auch auf die lokale Wirtschaft aus, insbesondere auf die Hanf- und Cannabisbranche, da Italien mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Sicherheitsmaßnahmen und bürgerlichen Freiheiten zu kämpfen hat.

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