Marihuana-Esswaren, die THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten, stellen nach Angaben von Medizinern des Lehigh Valley Reilly Children's Hospital zunehmend ernste Gesundheitsrisiken für Kinder dar. Die Kinder-Notaufnahme des Krankenhauses meldet einen Anstieg der Fälle von THC-Überdosierungen bei Kindern, die oft darauf zurückzuführen sind, dass Kinder zu essbaren Produkten greifen, die Erwachsene nicht sicher aufbewahrt haben.
Dr. J. Nathan Hagstrom, Lehrstuhlinhaber für Pädiatrie am Krankenhaus, weist auf die Gefahr hin und erklärt, dass bereits ein einziges mit THC versetztes Bonbon oder ein Keks zu schweren gesundheitlichen Komplikationen bei Kindern führen kann. In Notaufnahmen im ganzen Land wurden Fälle von THC-Vergiftungen bei Minderjährigen dokumentiert, die in einigen Fällen zu schweren Erkrankungen oder Todesfällen führten.
Dr. Susan Yaeger, Ärztin für pädiatrische Notfallmedizin am Krankenhaus, weist darauf hin, wie wichtig Transparenz darüber ist, was Kinder möglicherweise zu sich genommen haben. Familien versäumen es manchmal, das Vorhandensein von THC-Produkten offenzulegen, was zu unnötigen medizinischen Tests führen kann, während Gesundheitsdienstleister versuchen, die Ursache der Symptome eines Kindes zu ermitteln.
Essbare THC-Produkte sind aufgrund ihrer farbenfrohen Verpackungen und vertrauten Formen für Kinder oft sehr attraktiv. Viele ähneln beliebten Bonbons, Lutschern oder sogar Backwaren wie Keksen und Brownies. Einige sind selbst gemacht, während andere kommerziell hergestellt werden. Ein einziger Marihuana-Keks oder -Schokoriegel kann THC-Dosen enthalten, die weit über der für Erwachsene empfohlenen Menge liegen, was sie für Kinder besonders gefährlich macht. Sogar einige Produkte auf Hanfbasis, die weithin erhältlich sind, können Spuren von THC enthalten.
Zu den Symptomen einer THC-Einnahme bei Kindern können Wahrnehmungsstörungen, Angstzustände, Schwindel, undeutliche Sprache, Koordinationsstörungen und extreme Schläfrigkeit gehören. In schweren Fällen können bei Kindern Herzprobleme oder Atemprobleme auftreten, einschließlich Atemstillständen, die zehn Sekunden oder länger dauern.
Wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind ein THC-haltiges Lebensmittel verzehrt hat, sollten Eltern und Betreuer schnell feststellen, was das Kind gegessen hat, und die Verpackung auf den THC-Gehalt überprüfen. Es wird empfohlen, sofort die Giftnotrufzentrale unter 1-800-222-1222 zu kontaktieren.
Um die Risiken zu minimieren, raten Experten davon ab, Marihuana-Esswaren in Haushalten mit Kindern aufzubewahren. Wenn diese Produkte vorhanden sind, sollten sie sicher aufbewahrt werden, ähnlich wie verschreibungspflichtige Medikamente. Eltern sollten es vermeiden, diese Produkte in Anwesenheit von Kindern zu konsumieren, und sollten Betreuer und Familienmitglieder über deren Anwesenheit informieren.
Dr. Yaeger fordert die Familien auf, Cannabis-Esswaren mit der gleichen Vorsicht zu behandeln wie andere gefährliche Substanzen und sicherzustellen, dass sie in kindersicheren Behältern aufbewahrt und weggeschlossen werden. Die gesundheitlichen Risiken, die selbst kleine Mengen THC-Konsum bei Kindern mit sich bringen, sind beträchtlich und unterstreichen die Notwendigkeit einer verstärkten Sensibilisierung und von Sicherheitsmaßnahmen.
