Eine neue Studie hat ergeben, dass Cannabiskonsum das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei Personen unter 50 Jahren deutlich erhöht. Forscher der Universität Boston analysierten Gesundheitsakten von über 4,6 Millionen Patienten und fanden heraus, dass Cannabiskonsumenten in dieser Altersgruppe ein sechsfach erhöhtes Herzinfarktrisiko im Vergleich zu Nichtkonsumenten haben.
Zusätzlich zum Herzinfarktrisiko ergab die Studie, dass Cannabiskonsumenten ein vierfach höheres Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden, ein doppelt so hohes Risiko für Herzversagen und ein dreifach erhöhtes Risiko, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben. Die Ergebnisse werden in der Zeitschrift JACC: Advances.
Das Forschungsteam unter der Leitung des klinischen Dozenten Ibrahim Kamel von der Boston University nutzte Daten des Gesundheitsforschungsnetzwerks TriNetX, das Zugang zu nicht identifizierten Gesundheitsakten bietet. Sie konzentrierten sich auf Personen unter 50 Jahren zwischen 2010 und 2018 und identifizierten rund 90.000 Cannabiskonsumenten und eine ebenso große Kontrollgruppe von Nichtkonsumenten. Die Ergebnisse zeigten, dass das Risiko von Herzproblemen bei denjenigen, die Cannabis konsumierten, deutlich höher war.
In einer Erklärung des American College of Cardiology (ACC) betonte Kamel, wie wichtig es ist, den Cannabiskonsum mit den Patienten zu besprechen, insbesondere angesichts der zunehmenden Legalisierung in den Vereinigten Staaten. Er schlug vor, dass Gesundheitsdienstleister den Cannabiskonsum ihrer Patienten ähnlich erfragen sollten wie das Rauchen von Zigaretten. Kamel erklärte: "Es sollte eine angemessene Warnung ausgesprochen werden, damit die Menschen, die Cannabis konsumieren, wissen, dass es Risiken gibt."
Kamel wies jedoch auch darauf hin, dass bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht geboten ist. Er wies darauf hin, dass der Cannabiskonsum häufig mit dem Konsum anderer Substanzen wie Kokain korreliert, die in der Studie nicht berücksichtigt wurden. Er ermutigte die Patienten, ihren Ärzten gegenüber ehrlich zu sein, da ein umfassendes Verständnis ihrer Gesundheit von entscheidender Bedeutung sei.
Wichtig ist, dass in der Studie nicht zwischen den verschiedenen Arten des Cannabiskonsums unterschieden wurde, z. B. Rauchen oder Esswaren, und dass auch die verschiedenen Konsumstufen nicht berücksichtigt wurden. Kamel wies darauf hin, dass es erhebliche Unterschiede in den Auswirkungen zwischen starken Konsumenten und solchen, die gelegentlich Cannabis konsumieren, geben kann.
Die Ergebnisse sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Cannabiskonsum nicht ohne Folgen bleiben kann, und stellen den Eindruck in Frage, dass es sich um eine risikofreie Substanz handelt.
