Patienten suchen Cannabis-Informationen bei Abgabestellen, neue Richtlinien zeigen Bedenken auf

Patienten suchen Cannabis-Informationen bei Abgabestellen, neue Richtlinien zeigen Bedenken auf

Eine kürzlich auf der Jahrestagung des American College of Physicians (ACP) für Innere Medizin in New Orleans geführte Diskussion hat gezeigt, dass für viele Patienten, die Cannabis zur Behandlung chronischer, nicht krebsbedingter Schmerzen verwenden, mehr Risiken als Vorteile bestehen. Dr. Adam Obley teilte Erkenntnisse aus dem neuesten Best Practice Advice des ACP mit, der sich mit diesem Thema befasst.

Laut Dr. Obley, der außerordentlicher Professor für Medizin an der Oregon Health and Science University ist, verwenden Patienten Cannabis hauptsächlich zur Behandlung chronischer Schmerzen. Er wies darauf hin, dass laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage einer von vier Erwachsenen in den USA angab, im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert zu haben. Von denjenigen, die es im letzten Monat konsumiert hatten, gaben etwa 40% an, es fast täglich zu konsumieren.

Dr. Obley wies auf die Grenzen der Verschreibung von Cannabis hin und erklärte, dass Ärzte in den USA nur drei von der FDA zugelassene Cannabinoid-Formulierungen verschreiben können. Diese sind auf bestimmte Erkrankungen wie Übelkeit und Erbrechen infolge von Chemotherapie, HIV-assoziierte Kachexie und bestimmte seltene Anfallsleiden beschränkt. Trotzdem glauben etwa 80% der Erwachsenen in den USA, dass Cannabis mindestens einen gesundheitsbezogenen Nutzen hat.

Die ACP-Best-Practice-Empfehlung zum Cannabiskonsum basiert auf einer Analyse von 26 randomisierten kontrollierten Studien und 12 Beobachtungsstudien, in denen die Auswirkungen von Cannabis auf chronische Schmerzen bei Nicht-Krebserkrankungen im Vergleich zur üblichen Behandlung oder zu Placebo untersucht wurden. Dr. Obley stellte klar, dass sich die Best-Practice-Empfehlungen von den klinischen Leitlinien der ACP unterscheiden, und wies darauf hin, dass sich dieses Thema aufgrund der erheblichen Einschränkungen in den Studien, insbesondere bei der langfristigen Nachbeobachtung, besser für Empfehlungen eignet.

Zwar werden Fortschritte beim Verständnis des Nutzens von Cannabis bei chronischen Schmerzen erzielt, aber die Erkenntnisse reichen noch nicht aus, um umfassende klinische Leitlinien zu erstellen, so Dr. Obley. Er betonte, dass solidere Daten sowohl über den Nutzen als auch über die potenziellen langfristigen Schäden des Cannabiskonsums benötigt werden.

Während die Diskussion über Cannabis weitergeht, wird deutlich, dass sich die Patienten häufig an die Mitarbeiter von Apotheken wenden, um Informationen zu erhalten, was eine Lücke im Wissen und in der Beratung von Gesundheitsdienstleistern bezüglich der Verwendung von Cannabis zur Schmerzbehandlung aufzeigt.

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