Ein texanisches Berufungsgericht hat eine von den Wählern angenommene Verordnung, die den Besitz von Marihuana in San Marcos entkriminalisierte, für ungültig erklärt. Die Entscheidung des Gerichts kam letzte Woche und hob ein früheres Urteil auf, das eine einstweilige Verfügung gegen die Durchsetzung der Verordnung abgelehnt hatte.
Richterin April Farris stellte fest, dass der Besitz von Marihuana nach texanischem Recht als Straftat eingestuft wird und die örtliche Verordnung somit nichtig ist. Die Verordnung, bekannt als Proposition A, hatte bei der Wahl 2022 die Unterstützung von über 80% der Wähler in San Marcos erhalten. Sie zielte darauf ab, polizeiliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Marihuanabesitz einzuschränken und insbesondere Einzelpersonen den Besitz von bis zu vier Unzen zu gestatten, ohne dass sie mit einer Verhaftung oder Vorladung durch das San Marcos Police Department rechnen müssen, es sei denn, sie sind in eine strafrechtliche Untersuchung verwickelt.
Darüber hinaus verbot die Verordnung der Polizei, Vorladungen für den Besitz von Drogenutensilien oder -rückständen auszustellen, städtische Ressourcen für THC-Tests einzusetzen und den Geruch von Marihuana als wahrscheinlichen Grund für Durchsuchungen anzuführen. Es war jedoch wichtig zu beachten, dass die Verordnung nur für das San Marcos Police Department galt und andere Strafverfolgungsbehörden, die in diesem Gebiet tätig waren, ausschloss.
Anfang 2024 reichte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton eine Klage gegen San Marcos und vier weitere Städte - Austin, Killeen, Denton und Elgin - ein, die ähnliche Maßnahmen zur Entkriminalisierung ergriffen hatten. Paxton argumentierte, dass diese lokalen Verordnungen im Widerspruch zum staatlichen Recht stünden, das den Besitz von Marihuana und damit zusammenhängende Vergehen unter Strafe stellt. Diese Anfechtung bildete die Grundlage für das Urteil des Berufungsgerichts, das die Durchsetzung der staatlichen Marihuana-Gesetze in San Marcos wieder einführte.
Die jüngste Gerichtsentscheidung verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen lokalen Entkriminalisierungsbestrebungen und dem staatlichen Recht in Texas, wo Marihuana trotz wachsender öffentlicher Unterstützung für eine Reform weiterhin illegal ist. Die Zukunft der Marihuana-Politik in Texas ist nach wie vor ein umstrittenes Thema, da Städte wie San Marcos versuchen, Änderungen umzusetzen, die die Ansichten ihrer Wähler widerspiegeln.
