Spanien verbietet synthetische Cannabis-Esswaren aufgrund von Gesundheitsbedenken

Spanien verbietet synthetische Cannabis-Esswaren aufgrund von Gesundheitsbedenken

Das spanische Gesundheitsministerium verschärft die Vorschriften für Cannabis-Esswaren. Am 22. April 2023 kündigte das Ministerium ein Verbot des Verkaufs und der Verteilung von synthetischen Cannabisbonbons und -gummis an und reagierte damit auf die wachsende Besorgnis über die mit diesen Produkten verbundenen Gesundheitsrisiken. Mit der neuen Regelung soll der zunehmenden Beliebtheit synthetischer Cannabinoide begegnet werden, die die Wirkung von traditionellem Cannabis nachahmen oder sogar übertreffen können.

Diese synthetischen Esswaren, die oft in Labors hergestellt werden, enthalten kein THC, können aber andere halbsynthetische Verbindungen enthalten, die ähnliche psychoaktive Wirkungen haben. Das Ministerium erklärte, dass diese Produkte nach nationalem Recht kontrolliert werden müssen, das sich an den internationalen Vorschriften der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen orientiert. Diese Aktualisierung der Rechtsvorschriften spiegelt die Notwendigkeit wider, sich an neue Trends im Drogenhandel und -konsum anzupassen.

Die Entscheidung folgt alarmierenden Berichten von Medizinern über einen Anstieg der Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit synthetischen Cannabis-Esswaren. In Barcelona berichtete das Hospital Clínic, dass sich die Fälle von Vergiftungen durch diese Produkte in den letzten zwei Jahren verdoppelt haben und allein im Jahr 2024 24 Fälle behandelt wurden. Betroffen waren vor allem Touristinnen mittleren Alters, die diese Produkte in Cannabisläden als Souvenirs gekauft hatten.

Während synthetische Esswaren nun verboten sind, war der Verkauf von traditionellen Cannabis-Esswaren wie Brownies und Keksen in Spanien aufgrund ihres THC-Gehalts lange Zeit illegal. Obwohl sie häufig im privaten Rahmen konsumiert werden, ist der Verkauf von Produkten, die THC enthalten, weiterhin verboten. Das jüngste Verbot zielt speziell auf synthetische Produkte ab, die die bestehenden Vorschriften umgangen haben.

Die Cannabisgesetzgebung in Spanien ist sehr komplex. Der private Besitz und der Konsum von Cannabis sind entkriminalisiert, allerdings nur auf privatem Grund und Boden. Das bedeutet, dass THC-Esswaren in Privatwohnungen oder Cannabisvereinen konsumiert werden können. Der Besitz in öffentlichen Räumen ist jedoch illegal und wird mit Geldstrafen geahndet. Das harte Vorgehen des Ministeriums gegen synthetische Esswaren ist ein Versuch, mit der sich schnell entwickelnden Cannabiswissenschaft Schritt zu halten und Substanzen zu regulieren, die oft stärker als THC sind, wie THCP oder HHC.

Die spanische Behörde für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (AESAN) wendet strenge Vorschriften für Lebensmittel an und verbietet den Verkauf von Lebensmitteln, die THC enthalten. Der Cannabisanbau ist auf industrielle oder wissenschaftliche Zwecke beschränkt, wobei die Pflanzen weniger als 0,2% THC enthalten dürfen. CBD-Produkte sind erlaubt, solange sie kein THC enthalten und für topische Anwendungen, wie z. B. Kosmetika, bestimmt sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Spanien bedeutende Schritte zur Regulierung von Cannabis-Esswaren unternimmt und sich dabei auf die gesundheitlichen Auswirkungen synthetischer Produkte konzentriert. Da sich der Cannabismarkt weiter entwickelt, ist die Regierung bestrebt, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und sich gleichzeitig mit den neuen Bedrohungen in der Cannabislandschaft auseinanderzusetzen.

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