Das Repräsentantenhaus von Massachusetts hat ein bedeutendes Cannabisgesetz verabschiedet, das darauf abzielt, den Rechtsrahmen des Bundesstaates zu aktualisieren, um ihn besser an das Wachstum der Branche anzupassen. Diese Gesetzgebung könnte sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher wesentliche Änderungen mit sich bringen.
Zu den wichtigsten Bestimmungen des Gesetzentwurfs gehört eine Erhöhung der Anzahl der Cannabis-Einzelhandelsgeschäfte, die ein Unternehmen besitzen darf. Die Obergrenze wird über einen Zeitraum von drei Jahren von drei auf sechs Geschäfte steigen. Die Befürworter argumentieren, dass diese Änderung das Wirtschaftswachstum fördern und Investitionen in Massachusetts anziehen wird. Brandon Pollock, CEO von Theory Wellness, drückte die Notwendigkeit dieser Anpassung aus und sagte: "Ich kenne viele Unternehmer, die verkaufen wollen, aber ich kann sie nicht kaufen, weil wir unsere Höchstzahl an Geschäften erreicht haben."
Neben der Ausweitung der Eigentumsrechte des Einzelhandels sieht der Gesetzentwurf eine Umstrukturierung der Cannabis Control Commission (CCC) vor, deren Mitglieder von fünf auf drei reduziert werden. Alle Kommissionsmitglieder werden nun vom Gouverneur ernannt. Diese Änderung zielt darauf ab, dass die Kommission besser auf die Bedürfnisse der Branche reagiert und die Kritik an ihrem früheren langsamen Tempo ausräumt. Einige Interessenvertreter befürchten jedoch, dass diese Zentralisierung zu einem größeren politischen Einfluss führen und die Wirksamkeit der Kommission durch eine geringere Kontinuität untergraben könnte.
Für die Verbraucher sieht die Gesetzgebung auch eine Anhebung der täglichen Höchstmenge für den Erwerb von Marihuana von einer Unze auf zwei Unzen vor, was es den Geschäften ermöglicht, ausgabefreudige Kunden besser anzusprechen. Es wird erwartet, dass diese Anpassung dazu beitragen wird, den finanziellen Druck, dem viele Cannabis-Einzelhändler derzeit ausgesetzt sind, zu lindern.
Es bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf kleinere Unternehmen, die sich im Besitz von Eigenkapital befinden, da größere Unternehmen den Markt beherrschen könnten, sobald diese Änderungen in Kraft treten. Der Gesetzesentwurf enthält auch Änderungen für den medizinischen Marihuana-Sektor. So wird das Erfordernis der vertikalen Integration abgeschafft und es werden strengere Vorschriften für aus Hanf gewonnene Produkte eingeführt, die deren Verkauf auf lizenzierte Abgabestellen beschränken.
Jeremiah MacKinnon, Präsident der Massachusetts Patient Advocacy Alliance, äußerte sich optimistisch über diese Änderungen, da er glaubt, dass sie einen wettbewerbsfähigeren Markt für medizinisches Marihuana schaffen werden, von dem die Patienten letztendlich durch bessere Preise profitieren werden.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Gesetzentwurf mit überwältigender Mehrheit, nämlich mit 153:0 Stimmen. Die nächsten Schritte im Senat sind jedoch noch ungewiss, und die Entscheidungen des Senats werden eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der endgültigen Form und des Zeitplans für die Umsetzung des Gesetzes spielen.
