Gesetzgeber in Maine verzögert Anforderungen für medizinische Cannabistests

Gesetzgeber in Maine verzögert Anforderungen für medizinische Cannabistests

Der medizinische Cannabismarkt in Maine wird in diesem Jahr keine Schadstofftests einführen, nachdem die Gesetzgeber des Bundesstaates beschlossen haben, einen Gesetzentwurf zur Einführung solcher Anforderungen zu übernehmen. Dies ist ein weiterer Sieg für die Anbieter von medizinischem Cannabis in diesem Bundesstaat, die sich seit langem gegen verpflichtende Tests aussprechen, da diese ihr Geschäft gefährden und die Produktpreise erhöhen könnten.

Derzeit ist Maine einzigartig unter den Bundesstaaten, da es keine Tests für medizinisches Cannabis vorschreibt, im Gegensatz zu seinem Freizeit-Cannabismarkt, der sowohl Schadstofftests als auch Grenzwerte für die Stärke vorschreibt. Das Office of Cannabis Policy schlug zwei Gesetzentwürfe vor, LD 104 und LD 1847, mit denen die Vorschriften für medizinisches Cannabis an die Standards für den Freizeitmarkt angeglichen worden wären. LD 104, unterstützt vom Abgeordneten Marc Malon, zielte darauf ab, die Rückverfolgung von Saatgut bis zum Verkauf und die Prüfung auf Chemikalien, Schimmel und Schwermetalle durchzusetzen. Die LD 1847, die von der Abgeordneten Anne Graham unterstützt wurde, enthielt ähnliche Anforderungen und schlug außerdem Höchstwerte für die Stärke von Esswaren vor.

Trotz der starken Befürwortung der Testmaßnahmen durch Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens stießen beide Gesetzesentwürfe auf erheblichen Widerstand seitens der Interessengruppen der Branche. Jennifer Belcher, Präsidentin der Maine Cannabis Union, äußerte ihre Erleichterung darüber, dass die Gesetzentwürfe in dieser Sitzung nicht vorankamen. Sie warnte davor, dass sie im Falle ihrer Verabschiedung das medizinische Programm demontieren könnten. Belcher würdigte die Bereitschaft des Ausschusses, die Bedenken der Branche zu berücksichtigen, und freute sich auf weitere Verhandlungen vor der nächsten Legislaturperiode.

Abgeordneter Graham betonte, wie wichtig es sei, sichere Cannabisprodukte für Patienten zu gewährleisten, erkannte aber auch die Komplexität des Themas an und wies darauf hin, dass der derzeitige Regulierungsrahmen erheblich verfeinert werden müsse.

Der Vorstoß für Tests wurde zum Teil durch einen Bericht des Office of Cannabis Policy aus dem Jahr 2023 angeheizt, aus dem hervorging, dass etwa 45% des Cannabis auf dem medizinischen Markt von Maine die Standards für den Freizeitkonsum nicht erfüllen würden. Darüber hinaus kamen Bedenken über illegale Erzeuger auf, die angeblich mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung stehen und den Markt mit preiswertem Cannabis überschwemmen, was die Situation für legale Anbieter weiter erschwert.

Während der öffentlichen Anhörungen sprachen sich zahlreiche Betreuer von medizinischem Cannabis und Verbraucher gegen die vorgeschlagenen Gesetze aus und reichten fast 1.000 schriftliche Stellungnahmen ein. Sie stellten die Wirksamkeit der bestehenden Testprotokolle für den Freizeitmarkt in Frage und führten mehrere Rückrufe an, die Zweifel an der Zuverlässigkeit der staatlichen Teststandards aufkommen ließen.

Der medizinische Cannabissektor in Maine steht vor zahlreichen Herausforderungen, darunter ein übersättigter Markt und die zunehmende Konkurrenz durch den Verkauf von Cannabis für den Freizeitgebrauch. Im Jahr 2023 erwirtschaftete der medizinische Markt etwa $280 Millionen an Einnahmen, ein Rückgang gegenüber $371 Millionen im Jahr 2021, während der Freizeitmarkt $217 Millionen einbrachte. Die Zahl der lizenzierten Anbieter von medizinischem Cannabis, die als Betreuer bekannt sind, hat sich seit 2016 halbiert und ist von 3.257 auf 1.627 im Mai 2023 gesunken.

Belcher beschrieb die derzeitige Situation als einen Überlebenskampf für viele Anbieter in der Branche.

Zusätzlich zu den Testvorlagen haben die Gesetzgeber mehrere andere Vorschläge übernommen, darunter eine Maßnahme, die eine Bestätigung des Direktors des Büros für Cannabispolitik durch den Gesetzgeber vorsieht, anstatt eine Ernennung durch den Kommissar des Ministeriums für Verwaltungs- und Finanzdienstleistungen zuzulassen. Ein weiterer Vorschlag, der sich auf Cannabis-Social-Clubs und den öffentlichen Konsum bezieht, wurde ebenfalls zur weiteren Prüfung vertagt. In früheren Sitzungen wurden zwei Gesetzentwürfe abgelehnt, die darauf abzielten, die Einnahmen der Gemeinden, die Cannabisgeschäfte für den Freizeitgebrauch zulassen, aufzuteilen.

Während die Debatte weitergeht, bleiben die Anbieter von medizinischem Cannabis in Maine wachsam und bereiten sich auf die kommenden Legislaturperioden vor, in denen Tests und andere Regulierungsmaßnahmen erneut behandelt werden könnten.

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