Studie verbindet Cannabiskonsumstörung mit psychiatrischen Erkrankungen

Studie verbindet Cannabiskonsumstörung mit psychiatrischen Erkrankungen

Immer mehr Forschungsergebnisse deuten auf einen genetischen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsumstörung (CanUD), Cannabiskonsum und verschiedenen psychiatrischen Störungen hin. Jüngste Daten der Nationalen Erhebung über Drogenkonsum und Gesundheit (National Survey on Drug Use and Health) zeigen, dass in den Vereinigten Staaten 52,5 Millionen Personen im Alter von 12 Jahren und älter angaben, im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert zu haben. Von diesen Personen erfüllten 16,3 Millionen die Kriterien für eine Cannabiskonsumstörung.

Mit der zunehmenden Legalisierung von Cannabis wird es immer wichtiger, die Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum, CanUD und psychischen Problemen zu verstehen. Frühere Studien, bei denen genetische Methoden zum Einsatz kamen, haben gezeigt, dass CanUD mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Entwicklung anderer Substanzkonsumstörungen verbunden ist.

CanUD tritt häufig zusammen mit verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen auf, darunter Angststörungen, schwere depressive Störungen (MDD), posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD), Anorexia nervosa (AN), Schizophrenie (SCZ), bipolare Störungen (BPD) und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Eine systematische Überprüfung, die acht Studien umfasste, ergab, dass Personen mit CanUD mehr als dreimal so häufig an MDD und fast dreimal so häufig an Angst leiden.

Die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und PTBS ist besonders komplex. Obwohl Cannabis in einigen Staaten für die Behandlung von PTBS zugelassen ist, ergab eine systematische Überprüfung von 45 Studien gemischte Ergebnisse hinsichtlich der Frage, ob der Cannabiskonsum das Auftreten von PTBS vorhersagt oder umgekehrt. Diese Unklarheit wirft Fragen über die Wirksamkeit von Cannabis als Behandlung für eine Erkrankung auf, die es auch verschlimmern kann.

Die Forschung hat auch auf eine beachtliche Prävalenz von CanUD bei Personen mit Essstörungen hingewiesen. Eine Meta-Analyse ergab eine Prävalenz von CanUD bei 6% von Personen mit AN, während 14% über Cannabiskonsum berichteten. Trotz der bekannten appetitanregenden Wirkung von Cannabis wird diese Beziehung durch den Zusammenhang mit einem niedrigeren Body-Mass-Index erschwert und muss weiter untersucht werden.

Bei Personen mit BPD und SCZ sind die Raten des Cannabiskonsums und des CanUD deutlich höher. Studien zeigen, dass 30% der BPD-Patienten und 26,2% der SCZ-Patienten auch CanUD erleben. Darüber hinaus deuten genetische Epidemiologie und genomweite Assoziationsstudien (GWAS) auf positive genetische Korrelationen zwischen SCZ und sowohl CanUD als auch allgemeinem Cannabiskonsum hin, wobei es Hinweise auf einen bidirektionalen Kausalzusammenhang gibt.

Die genetische Korrelation zwischen Cannabiskonsum und CanUD ist signifikant, wobei die Ergebnisse auf eine 50%-Überschneidung der genetischen Varianz hinweisen. Cannabiskonsum und CanUD unterscheiden sich jedoch in ihrem genetischen Zusammenhang mit anderen Merkmalen, einschließlich AN, MDD, SCZ, Angst und PTBS-Subtypen.

Um diese Zusammenhänge näher zu untersuchen, führten die Forscher genetische Korrelationsanalysen durch, wobei sie sich neben psychiatrischen Störungen auf Persönlichkeitsmerkmale wie Neurotizismus und Extraversion konzentrierten. Die Analyse ergab, dass CanUD starke positive genetische Korrelationen mit ADHS, MDD und SCZ aufweist, während der Cannabiskonsum in unterschiedlichem Maße mit diesen Merkmalen korreliert.

Lokale genetische Korrelationsanalysen ergaben spezifische genomische Regionen, in denen CanUD eine gemeinsame genetische Varianz mit ADHS, MDD, PTSD, BPD und Angstzuständen aufweist, was auf unterschiedliche genetische Einflüsse hindeutet. Die Analyse der Kolokalisierung mehrerer Merkmale identifizierte bestimmte Varianten, wie GULOP*rs11783093, die sowohl mit CanUD als auch mit SCZ signifikant assoziiert sind.

Mendelsche Randomisierungsanalysen gaben Aufschluss über kausale Zusammenhänge und zeigten, dass CanUD ein Risikofaktor für mehrere psychiatrische Störungen ist, insbesondere für SCZ und ADHS. Umgekehrt wurde festgestellt, dass Merkmale wie MDD und BPD die Wahrscheinlichkeit von CanUD erhöhen. Während der Cannabiskonsum einige kausale Auswirkungen auf ADHS zeigte, gab es keine signifikanten direkten Beziehungen zu anderen psychiatrischen Erkrankungen.

Die genomische Strukturgleichungsmodellierung deutet auf ein Drei-Faktoren-Modell psychiatrischer Merkmale hin, das die Wechselbeziehungen zwischen PTBS, Angst und MDD in einem Faktor und AN, SCZ und BPD in einem anderen Faktor hervorhebt, wobei CanUD und ADHS eine separate Kategorie bilden.

Die Ergebnisse dieser Forschung unterstreichen die komplizierten genetischen Beziehungen zwischen Cannabiskonsum, Cannabiskonsumstörung und verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen und verdeutlichen die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um deren Zusammenhänge zu klären. Diese Erkenntnisse könnten in Behandlungsansätze und Strategien für die öffentliche Gesundheit einfließen, da der Cannabiskonsum in der Gesellschaft immer weiter verbreitet ist.

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