Bemühungen, Marihuana neu zu regeln, scheitern an der Legalisierung auf staatlicher Ebene

Bemühungen, Marihuana neu zu regeln, scheitern an der Legalisierung auf staatlicher Ebene

Die Bemühungen, Marihuana von seiner derzeitigen Einstufung als Droge der Kategorie I zu befreien, sind fast zwei Jahre nach der Empfehlung des Ministeriums für Gesundheit und menschliche Dienstleistungen ins Stocken geraten. Die Drug Enforcement Administration (DEA) pausierte das Verfahren im Januar 2025, so dass viele Befürworter die Zukunft der Marihuanapolitik des Bundes in Frage stellen.

Trotz dieses Rückschlags gewinnen die Initiativen zur Legalisierung von Marihuana auf staatlicher Ebene weiter an Dynamik. Derzeit haben 39 Staaten medizinisches Marihuana legalisiert, während 24 Staaten den Freizeitkonsum erlauben. Dieser Trend verdeutlicht einen signifikanten Wandel in der öffentlichen Meinung gegenüber Cannabis und spiegelt die veränderten Einstellungen der letzten zehn Jahre wider.

In der Vergangenheit war der Prozess der Neuzulassung von Marihuana langwierig und dauerte Jahre oder sogar Jahrzehnte. Paul Armentano, stellvertretender Direktor der National Organization for the Reform of Marijuana Laws (NORML), wies darauf hin, dass es bei früheren Versuchen, die Einstufung zu ändern, zu ähnlichen Verzögerungen kam. So beantragte NORML 1972 bei der DEA die Einstufung von Cannabis als Droge der Kategorie II, aber erst 1988 empfahl ein Richter der DEA eine Umstufung. Die DEA lehnte diese Empfehlung schließlich ab, und die Petition wurde 1994 nach einem jahrelangen Rechtsstreit aufgegeben.

Mit Blick auf die Zukunft glauben einige Experten, dass der Umwidmungsprozess wieder in Gang kommen könnte, wenn die Regierung der Marihuana-Reform Priorität einräumt. Heather Trela, Leiterin der operativen Abteilung des Rockefeller-Instituts, meinte, dass ein starker Impuls von Präsident Trump die Bemühungen wieder ankurbeln könnte. Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass die Marihuanapolitik auf Trumps Agenda keinen hohen Stellenwert hat.

Wenn Marihuana wieder in die Liste aufgenommen wird, würde dies nicht unbedingt zu einer landesweiten Legalisierung führen. Trela erläuterte, dass das politische Klima und konkurrierende Themen jede signifikante Bundesmaßnahme verzögern könnten. Das kürzlich im Repräsentantenhaus eingebrachte überparteiliche Gesetz STATES 2.0 zielt darauf ab, die Prohibition auf Bundesebene zu beenden und den Bundesstaaten die Autonomie zu gewähren, ihre Cannabispolitik festzulegen. Dieses Gesetz entspricht der zunehmenden Erkenntnis, dass die Staaten die Befugnis haben sollten, Marihuana nach eigenem Ermessen zu regulieren.

Trotz der Fortschritte bleiben Herausforderungen bestehen. Einige Staaten, die Cannabis legalisiert haben, sehen sich nun mit Bestrebungen konfrontiert, die von den Wählern angenommenen Gesetze wieder zurückzunehmen. In Ohio zum Beispiel gibt es Versuche, das erst vor zwei Jahren verabschiedete Freizeit-Marihuana-Gesetz zu ändern. Andere Staaten passen ihre Gesetze an, indem sie z. B. den Wirkstoffgehalt herabsetzen oder um die Verabschiedung von Verkaufsvorschriften kämpfen, was dazu geführt hat, dass an Orten wie Virginia der legale Cannabisbesitz ohne eine legale Kaufoption bleibt.

NORML beobachtet derzeit über 120 Marihuana-bezogene Gesetzesmaßnahmen auf staatlicher Ebene, was darauf hindeutet, dass der Erfolg der Legalisierung sich zwar verlangsamt, die gesetzgeberischen Bemühungen jedoch weitergehen.

Bei den jüngsten Wahlen im November standen in vier Bundesstaaten Marihuana-bezogene Maßnahmen auf dem Stimmzettel. Nur Nebraska hat seine Maßnahmen erfolgreich verabschiedet, während South Dakota, North Dakota und Florida keine Zustimmung der Wähler erhielten. Dies spiegelt eine gemischte Reaktion auf die Legalisierungsbemühungen im ganzen Land wider.

Daly, Interimsgeschäftsführer des Marijuana Policy Project, erklärte, dass der Kongress angesichts der Tatsache, dass 24 Staaten Marihuana für Erwachsene bereits legalisiert haben, Maßnahmen für eine bundesweite Cannabisreform ergreifen sollte. Während sich die öffentliche Meinung weiter entwickelt, bleibt der Vorstoß für eine Gesetzesreform ein kritischer Diskussionspunkt in der Landes- und Bundespolitik, der die anhaltende Komplexität der Cannabispolitik in Amerika verdeutlicht.

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