Jones Soda Co. (OTCQB: JSDA), ein in Seattle ansässiger Craft-Soda-Hersteller, hat für 2024 ein Umsatzwachstum von 15% angekündigt, was seine strategische Verlagerung in den Cannabis-Markt widerspiegelt. Das Unternehmen, das für seine einzigartigen Geschmacksrichtungen und von Kunden eingereichten Etikettenfotos bekannt ist, hat sein Angebot seit der Einführung seiner Marke Mary Jones im Jahr 2021 im Cannabissektor erweitert. Nach einem herausfordernden Jahr 2024 plant das Unternehmen, sich im Rahmen seiner künftigen Strategie stärker auf alternative Getränke für Erwachsene zu konzentrieren.
Der neu ernannte CEO Scott Harvey erörterte die jüngsten operativen Herausforderungen des Unternehmens während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals. Er erklärte, dass Jones Soda zwar stark in das Jahr gestartet sei, dass aber Probleme wie mangelnde Finanzdisziplin in der zweiten Jahreshälfte das Wachstum behinderten und die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens auf die Probe stellten.
Aus dem Finanzbericht geht hervor, dass der Umsatz von Jones Soda im Jahr 2024 auf $19,1 Millionen anstieg. Allerdings erhöhte sich auch der Nettoverlust, der von $4,9 Millionen im Jahr 2023 auf $9,9 Millionen im Jahr 2024 anstieg. Diese Ausweitung des Verlusts ist zum Teil auf den finanziellen Druck zurückzuführen, der durch den gleichzeitigen Wettbewerb in mehreren Getränkekategorien entsteht. Ein Highlight für das Unternehmen waren die Einnahmen aus den aus Hanf gewonnenen HD9-Produkten, die im Januar 2024 auf den Markt kamen und im ersten Jahr $1,7 Millionen einbrachten. Das Cannabis-THC-Segment verzeichnete ebenfalls ein bescheidenes Wachstum und erzielte einen Umsatz von $1,3 Millionen, gegenüber etwa $1,2 Millionen im Jahr 2023.
Der gesamte Sektor der Cannabisgetränke hat ein erhebliches Wachstum erfahren, insbesondere bei Hanf, da immer mehr Staaten den Freizeitkonsum von Marihuana legalisieren. Große Unternehmen wie Canopy Growth Corp., das von Constellation Brands unterstützt wird, und Hexo, das mit Molson Coors zusammenarbeitet, haben den Wettbewerb für kleinere Anbieter wie Jones Soda verschärft.
Harvey räumte ein, dass das sich schnell verändernde regulatorische Umfeld für Hanfprodukte sowohl Chancen als auch Herausforderungen für das Unternehmen mit sich bringt. Er erwähnte, dass Jones Soda die Landschaft der HD9-Kategorie aktiv beobachtet und mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeitet, um die Einhaltung der sich entwickelnden Vorschriften zu gewährleisten.
Er verwies auch auf Trenddaten, die besagen, dass in den nächsten drei Jahren $1 von $5 der Ausgaben in der Getränkekategorie auf alternative Produkte wie Mary Jones entfallen werden, die als Ersatz für traditionelle Erwachsenengetränke wie Bier und Wein dienen.
Der Vorstoß von Jones Soda in den Bereich der Cannabis- und Hanfgetränke stellt eine bedeutende Veränderung für eine Marke dar, die seit ihrer Gründung im Jahr 1995 mit der Rentabilität zu kämpfen hatte. Nach dem Höhepunkt der Popularität in den frühen 2000er Jahren sah sich das Unternehmen einem harten Wettbewerb sowohl mit etablierten Limonadenherstellern als auch mit neuen Craft-Getränke-Start-ups ausgesetzt, was zu jahrelangen finanziellen Schwierigkeiten führte.
CFO Brian Meadows, der zuvor leitende Funktionen bei Black Rifle Coffee Company, Nathan's Famous und Dunn Brothers Coffee innehatte, betonte, wie wichtig es sei, auch in Zukunft finanzielle Disziplin zu wahren. Er wies darauf hin, dass das Unternehmen neue Prozesse für die Prüfung und Genehmigung von Verträgen eingeführt hat, um die betriebliche Effizienz zu steigern.
Meadows merkte an, dass Jones Soda jetzt die richtigen Produkte besitzt, auf die es sich konzentrieren kann, und betonte, dass Marketingausgaben nur dann genehmigt werden, wenn sie sich eindeutig auszahlen. Er betonte auch, dass man sich auf die Verbesserung der Lieferkette und der Bestandsverwaltung konzentriere, um die finanzielle Position des Unternehmens zu stärken.
