SPRINGFIELD, Illinois - Ein Gesetzentwurf, der verhindern soll, dass die Strafverfolgungsbehörden von Illinois Fahrzeugdurchsuchungen allein aufgrund von Cannabisgeruch durchführen, wurde im Repräsentantenhaus eingebracht. Der Gesetzentwurf stößt jedoch bei Polizeiorganisationen, republikanischen Gesetzgebern und einigen gemäßigten Demokraten auf erheblichen Widerstand.
Im September entschied der Oberste Gerichtshof von Illinois, dass die Polizei keinen hinreichenden Grund für die Durchsuchung von Fahrzeugen hat, wenn sie den Geruch von verbranntem Cannabis wahrnimmt. Dagegen wurde in einem Urteil vom Dezember festgestellt, dass der Geruch von rohem Cannabis einen hinreichenden Grund für eine Durchsuchung darstellt.
Der Staatsvertreter Curtis Tarver (D-Chicago) betonte, dass die bestehenden Gesetze zum Cannabisbesitz in Fahrzeugen klar sein müssen. Die Kohärenz zwischen dem Fahrzeuggesetz und dem Regulierungsgesetz ist von wesentlicher Bedeutung, damit die Cannabiskonsumenten wissen, wie sie sich verhalten sollen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen, und die Polizeibeamten wissen, wann sie die Gesetze durchsetzen können", erklärte er.
Senatsvorlage 42 schlägt vor, die Anforderungen für geruchsneutrale Verpackungen abzuschaffen und gleichzeitig beizubehalten, dass Cannabis in sicheren, kindersicheren Behältern gelagert werden muss. Nach diesem Gesetzentwurf wäre es der Polizei untersagt, Fahrzeuge, die von Personen über 21 Jahren gefahren werden, allein aufgrund des Geruchs von Cannabis anzuhalten oder zu durchsuchen.
Der Abgeordnete Dennis Tipsword (R-Metamora) äußerte sich besorgt über die Auswirkungen des Gesetzentwurfs und merkte an, dass er zwar derzeit ein Fahrzeug nicht allein aufgrund des Geruchs durchsuchen kann, dass aber das Vorhandensein von Cannabis ein Risiko darstellen könnte, wenn es nicht sicher verpackt ist. Wenn ich es riechen kann, ist es wahrscheinlich nicht in einem kindersicheren Behälter", bemerkte er.
Führende Abgeordnete des Repräsentantenhauses haben die Befürchtung geäußert, dass der Gesetzentwurf unbeabsichtigt den Drogenhandel in Illinois erleichtern könnte. Vertreter der Strafverfolgungsbehörden erklärten, sie verstünden zwar die Absichten der Befürworter, doch seien weitere Diskussionen notwendig, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Jim Kaitschuk, Exekutivdirektor der Illinois Sheriffs Association, wies auf die potenziellen Risiken für Personen unter 21 Jahren hin, denen der Besitz von Cannabis verboten ist.
Der Gesetzentwurf wurde vom Justiz- und Strafrechtsausschuss des Repräsentantenhauses mit 8:6 Stimmen knapp abgelehnt. Tarver erklärte, er werde den Gesetzentwurf zur weiteren Prüfung und für Gespräche mit den Beteiligten zurückhalten. Der Gesetzentwurf wurde zuvor im Senat mit 33-20 Stimmen angenommen. Etwaige Änderungen an dem Gesetzentwurf müssen noch vor Ende der Legislaturperiode am 31. Mai abgeschlossen werden.
